Kiefernzapfen-Ohrringe mit Tigerauge und Picasso-Jaspis auf einem braunen Herbstblatt

Vom Zapfen zum Ohrring – so entstehen meine Kiefernzapfen-Ohrringe

Manche Ideen liegen jahrelang direkt vor einem. Bei mir waren es ein paar Kiefernzapfen, die ich von einer Reise mitgebracht hatte. Zwei, drei Jahre lagen sie als rohe Deko in meinem Zimmer – bis ich eines Abends davorsaß, sie anstarrte und plötzlich sah, was in ihnen steckt: Trennt man die einzelnen Schuppen ab, ist jede davon schon fast ein kleines Schmuckstück.

Aus diesem Abend sind meine Kiefernzapfen-Ohrringe entstanden. Hier nehme ich dich mit in die Werkstatt und zeige dir, wie aus einem Zapfen Schritt für Schritt ein Ohrring wird.

  • 6Arbeitsschritte bis zum Rohling
  • ≈ 1 gpro Zapfenschuppe
  • seit 2015Fimonacci Artifacts
Kiefernzapfen-Ohrringe mit Tigerauge und Picasso-Jaspis auf einem braunen Herbstblatt
Einzelne Kiefernzapfenschuppen mit grauen Spitzen auf der Werkbank
Im Bild: Ohrringe mit Tigerauge & Picasso-Jaspis

Im Video

Die Entstehung in 74 Sekunden

Vom Zapfen bis zum fertigen Ohrring: alle Arbeitsschritte aus meiner Werkstatt in gut einer Minute.

Das Material

Warum Kiefernzapfen aus dem Mittelmeerraum?

Die Zapfen für meinen Schmuck sammle ich auf Reisen rund ums Mittelmeer, zum Beispiel auf Korsika. Der Grund: Die Kiefern dort bilden andere Zapfen aus als die Kiefern in den gemäßigten Breiten Europas. Sie sind größer, markanter und haben mehr Charakter – mit dicken, holzigen Schuppen und einer grau verwitterten Spitze, die bei jeder Schuppe anders aussieht.

Genau diese Spitze bleibt später am Ohrring sichtbar. Sie ist sozusagen die Handschrift des Baumes.

Kiefernzapfen-Ohrringe mit blauen Keramikperlen auf gestreiftem Stoff, Nahaufnahme der grau verwitterten Spitzen
Im Bild: Ohrringe mit blauen Keramikperlen

Zählt man die Spiralen eines Kiefernzapfens, landet man fast immer bei zwei aufeinanderfolgenden Fibonacci-Zahlen – etwa bei 8 und 13.

Naturgeometrie

In der Werkstatt

Sechs Schritte – von der Schuppe zum Rohling

Die meiste Arbeit steckt in der Vorbereitung. Bevor eine Schuppe zum Ohrring werden kann, durchläuft sie in meiner Werkstatt in Waldkirch diese Arbeitsschritte – alle von Hand.

  1. Ein mediterraner Kiefernzapfen, von dem einzelne Schuppen abgetrennt werden

    01Ernten

    Nicht jede Schuppe eignet sich für Schmuck. Deshalb ernte ich gezielt die schönsten Einzelschuppen ab und sortiere sie vor.

  2. Eine Kiefernzapfenschuppe wird am Bandschleifer in Form geschliffen

    02In Form schleifen

    Am Bandschleifer entsteht eine klare, tragbare Silhouette. Die grau verwitterte Spitze bleibt dabei bewusst stehen.

  3. In die Zapfenschuppe wird ein feines Loch für die Aufhängung gebohrt

    03Bohren

    Ein feines Loch für die Aufhängung, damit die Schuppe später am Ohrhaken hängen kann.

  4. Die Zapfenschuppe wird mit einer feinen Polierscheibe poliert

    04Polieren

    Die Oberfläche wird poliert, bis das Holz glatt ist und einen natürlichen Glanz bekommt.

  5. Die polierte Zapfenschuppe wird mit dem Pinsel geölt

    05Ölen

    Leinöl feuert die Farbe an, bringt die Maserung zur Geltung und pflegt die Oberfläche. So entsteht das warme Rotbraun.

  6. Logo von Fimonacci Artifacts, das als Gravur auf die Rückseite jeder Schuppe kommt

    06Signieren

    Zum Schluss graviere ich mit dem Laser mein Logo auf die Rückseite – die Handschrift von Fimonacci Artifacts.

Montage: Die fertige Zapfenschuppe wird mit Perlen zum Ohrring kombiniert

Der kreative Teil

Edelstein, Silber, Keramik oder Fimo

Erst wenn die Schuppe fertig ist, beginnt für mich der kreative Teil. Jetzt ist es eine Designfrage: Womit kombiniere ich sie? Infrage kommen Edelsteine, Silber, Fimo, Metall, Holz oder Keramik.

Dieser Schritt folgt meiner Fimonacci-Stilistik, die von Natur, Reisen und alten Kulturen geprägt ist.

Fertige Modelle

Eine Schuppe, viele Gesichter

Naturstück

Ein Stück Natur am Ohr

Weil jede Schuppe aus einem echten Zapfen stammt, unterscheiden sich Maserung, Farbton und Spitze von Stück zu Stück. Kein Paar gleicht exakt dem anderen – genau das macht für mich den Reiz aus.

Für die Schuppen wird kein Baum gefällt: Der Rohstoff ist ein Zapfen, den ich auf Reisen sammle, und verarbeitet wird er von Hand in meiner Werkstatt. Mit etwa einem Gramm pro Schuppe sind die Ohrringe außerdem angenehm leicht. Viele Modelle gibt es in drei Größen: klein (ca. 2 cm), mittel (ca. 2,5 cm) und groß (ca. 3,5 cm).

Die Kiefernzapfen-Ohrringe waren der Anfang. Seitdem verwandle ich Zapfen ganz unterschiedlicher Bäume in Schmuck – Zypressen-, Mammutbaum- und Eukalyptuszapfen, zum Beispiel in den Waldrelikte-Ohrringen mit versilbertem Mammutbaumzapfen und Labradorit.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Kiefernzapfen-Ohrringen

Woher stammen die Kiefernzapfen?

Ich sammle sie selbst auf Reisen im Mittelmeerraum, zum Beispiel auf Korsika. Die mediterranen Kiefern bilden größere und charaktervollere Zapfen als die Kiefern bei uns.

Wie pflege ich Ohrringe aus Kiefernzapfen?

Bewahre sie trocken auf und nimm sie zum Duschen oder Schwimmen ab. Wirkt das Holz mit der Zeit matter, pflegst du es mit einem Tropfen Pflanzenöl nach. Silberteile polierst du mit einem weichen Tuch.

Sind Kiefernzapfen-Ohrringe schwer?

Nein. Eine Schuppe wiegt nur etwa ein Gramm. Das Gesamtgewicht hängt davon ab, welche Perlen oder Steine dazukommen.

Sieht mein Paar genauso aus wie auf den Fotos?

Design und Materialien sind gleich, aber jede Schuppe ist ein Naturstück. Maserung, Farbe und die Form der Spitze weichen deshalb immer etwas ab.

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